Metas kommende VR-Brille überzeugte in einem 45-minütigen Praxistest durch ihr leichtes, bequemes Design und eine Mischung aus Virtual-Reality-Unterhaltung und Produktivitätswerkzeugen. Die Brille kostet 1.299 US-Dollar. Meta rechnet damit, dass sie im kommenden Frühjahr, zwischen April und Anfang Juni, auf den Markt kommt.

Das Gestell wiegt etwa 100 Gramm und ähnelt einer übergroßen Sonnenbrille. Statt Prozessor, Speicher und Akku im Headset unterzubringen, verbaut Meta diese Komponenten in einem separaten, 300 Gramm schweren Gerät, das in einer Tasche getragen oder am Gürtel befestigt werden kann. Durch das Design bleibt die Brille zur Umgebung hin offen, optional wird jedoch ein Lichtschutz erhältlich sein.

Trotz ihres kompakten Erscheinungsbilds verfügt die Brille über Kameras, die die Augen und Hände der tragenden Person sowie die Außenwelt erfassen. Die Einrichtung der Blickerfassung und die Handgesten waren vertraut, und der Tester befand das Tracking für präzise. Ein 5K-Micro-OLED-Display zeigte schwebende App-Symbole und Fenster. Mit einer weiteren Geste können Nutzer scrollen, indem sie eine Faust machen und den Daumen an der Seite des Zeigefingers entlangstreichen.

Die Vorführung umfasste ein Billie-Eilish-Konzert in 8K, das aus der ersten Reihe angesehen wurde, eine Wiederholung der NBA-Finals aus der Perspektive am Spielfeldrand sowie ein Puzzlespiel mit einem kleinen virtuellen Drachen. Meta gibt an, zum Marktstart mehr als 75 Spiele anbieten zu wollen, bei denen die Hände im Mittelpunkt stehen. Die Brille kann außerdem das, was die tragende Person sieht, auf einen Computer oder ein Smartphone in der Nähe übertragen.

Für Filme erweitert Avengers: Infinity War VR Enhanced den Originalfilm um 360-Grad-Bilder und ermöglicht es einigen Figuren, außerhalb des Filmrahmens aufzutauchen. Der Tester fand den Effekt unterhaltsam, merkte jedoch an, dass er das Filmerlebnis verändert.

Zu den Produktivitätsfunktionen gehören große virtuelle Desktop-Bildschirme, die Nutzer verschieben, in der Größe anpassen und ultrabreit machen können. Ein Programmierfenster wurde schwer lesbar, als es in die Breite gezogen wurde – eine Einschränkung, die bei der Softwarevorführung vor der Veröffentlichung auffiel. Die Brille bietet außerdem eine virtuelle Tastatur und eine Tischflächenoption: Nach dem Scannen einer Oberfläche zeigt das System eine transparente Tastatur und ein Trackpad an, die sich wie ihre physischen Gegenstücke verwenden lassen.

Nach dem Praxistest blieben Fragen dazu offen, ob das Gerät seinen Preis wert ist und ob sein Qualcomm-Snapdragon-Reality-Elite-Prozessor, der als XR2 Gen 3 bezeichnet wird, leistungsstark genug für anspruchsvolle Spiele sein wird. Der Tester hob Produktivität als möglichen Anwendungsbereich für Wissensarbeiter, Geschäftsreisende und Unternehmenskunden hervor und lobte zugleich den Tragekomfort der Brille bei durchgehender Nutzung.

Quellen: TechRadar.